1. Einleitung

Für uns ist Essen mehr als nur Nahrungsaufnahme: Essen ist Genuss und soll in erster Linie Freude machen. Wir verzichten auf jeglichen Zwang und respektieren die Meinung der Kinder. Das gemeinsame Essen bietet uns ein gutes Übungsfeld um soziales Verhalten zu fördern. Wir legen grossen Wert auf eine entspannte Atmosphäre bei Tisch. Die Zusammensetzung der Mahlzeiten entspricht einer gesunden, ausgewogenen und vor allem saisonalen Ernährung. Die dafür benötigten Produkte beziehen wir wann immer möglich aus der Region.

2. Die Lebensmittelpyramide und deren Umsetzung im Alltag

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Besonders kleine Kinder reagieren sehr empfindlich auf einen Flüssigkeitsmangel. Zu unseren Mahlzeiten bieten wir den Kindern Leitungswasser oder ungesüssten Früchte- oder Kräutertee an. Während des Tages steht für jedes Kind eine persönliche Trinkflasche mit Wasser bereit. Diese Trinkflaschen begleiten uns auch auf den Spaziergang oder Spielplatz.

Eine Faustregel besagt, dass man täglich fünf Portionen Früchte, Gemüse und Salat essen sollte, davon etwa die Hälfte roh. Beim Frühstück (8.30 Uhr), beim Znüni (10.00 Uhr), beim Früchteteller (14.30) und beim Zvieri (15.30) bieten wir den Kindern Frucht- und Gemüseschnitze an. Einen Teil des Mittagessens besteht aus gekochtem Gemüse. Als Alternativvariante gibt es Rohkost oder Salat. Besondere Schnittweisen der Rohkost sollen zum Essen animieren.

Damit unser Körper auch genügend Energie hat, benötigt er Kohlenhydrate. Kleinkinder brauchen im Vergleich zu einem Erwachsenen mehr Kohlenhydrate. Unsere Hauptmahlzeit, so wie das Zvieri bestehen aus einem Teil aus Kohlenhydraten. Wir versuchen öfters Vollkornprodukte zu verwenden. Ganze Hülsenfrüchte geben wir den Kindern erst ab 3 Jahren, da sie für Kinder unter 3 Jahren schwer verdaulich sind und Blähungen hervorrufen können. Zum Frühstück gibt es Getreidemüesli (welches wir hauptsächlich mit den Kindern selber mischen) oder Brot. Das Zvieri besteht meistens aus Brot mit einer Beilage oder Milchprodukten. Wir achten auf eine Abwechslung der Getreideprodukte in unserem Menüplan.

Milch und Milchprodukte sind die wichtigsten Kalziumlieferanten in der Kinderernährung. Wir verwenden ausschliesslich pasteurisierte Vollmilch oder teilentrahmte Milch. Vor allem beim Frühstück oder Zvieri gibt es Jogurt oder Käse.

Diese Lebensmittel bieten hochwertiges Eiweiss für das Wachstum. Zwei bis drei-mal pro Woche gibt es Fleisch (Poulet, Rind, Kalb) oder Fisch. Dabei achten wir auf qualitativ gute Produkte, welche wir nach Möglichkeit aus der Region beziehen.

Wir achten auf eine möglichst fettarme Zubereitung der Mahlzeiten. Wir verwenden in unserer Küche hauptsächlich Raps- und Olivenöl. Gemüse wird im Steamer schonend zubereitet. So bleiben auch wichtige Vitamine erhalten.

Wir verbannen Süssigkeiten nicht aus unserem Alltag, reduzieren sie jedoch auf ein Minimum. So gibt es Kuchen zum Zvieri hauptsächlich an Geburtstagen oder wenn wir mit den Kindern gemeinsam backen. Schoggi, Guetzli etc. gibt es nur an speziellen Anlässen und in kleinen Mengen. (Ostern, Weihnachten, besondere Feiern)

3. Verteilung der Mahlzeiten über den Tag

8.30 – 9.00 Uhr (Kita) 7.00 – 8.00 (Hort)Frühstück
10.00 UhrFrüchte- und Gemüseteller
12.45 – 13.45 Uhr (Kita) 12.20 – 13.00 Uhr (Hort)Mittagessen
14.30 UhrFrüchteteller
15.30 – 16.00 UhrZvieri

Das Frühstück nehmen wir gemeinsam ein, es symbolisiert den gemeinsamen Start als Gruppe in den Tag. Den Früchteteller gibt es je nach Situation im Gruppenraum, im Garten oder auf dem Spaziergang. Manchmal wir das Znüni mit Darvida oder Knäckebrot ergänzt. Das Mittagessen nehmen wir gemeinsam ein. Wir beginnen und beenden das Essen gemeinsam. Nach dem Mittagsschlaf gibt es einen Teller mit Früchten. Zvieri essen wir je nach Situation am Tisch, im Garten oder auf dem Spaziergang.

4. Zubereitungen der Mahlzeiten

Die Nahrungsmittel werden jeden Tag frisch von einer Betreuerin in unserer hauseigenen Küche zubereitet. Wir achten auf eine gute Lagerung der Lebensmittel und kaufen wann immer möglich frisch ein. Wir beziehen die Nahrungsmittel welche wir erhalten können vom Bauernhof in Recherswil oder vom Markt am Mittwoch in Solothurn. Durch die Menüplanung achten wir auf Abwechslung der Produkte. Es ist uns ein Anliegen Resten zu vermeiden.

5. Umgang mit Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten

Allergien oder Intoleranzen gegen bestimmte Nahrungsmittel treten immer häufiger auf. Bereits beim Eintritt in die Kita Zwergenwelt wird dies mit den Eltern besprochen. Meist können diese Unverträglichkeiten mit kleinen Anpassungen im Menü umgangen werden. In Fällen von gleichzeitig mehreren oder lebensbedrohlichen Allergien gilt es genau abzuklären in welcher Form darauf eingegangen werden kann. (evtl. müssen die Eltern das Essen für ihr Kind mitbringen)

6. Babynahrung

Für den Gemüsebrei verwenden wir Gemüse vom Bauernhof, aus dem Kitagarten oder Biogemüse. Die Zutaten sprechen wir mit den Eltern ab. Das Gemüse wird im Steamer schonend zubereitet und nach der Abkühlung püriert und in kleinen Portionen gefroren. So ist immer ein frischer Brei griffbereit. Den Früchtebrei bereiten wir immer frisch am jeweiligen Tag zu. Babynahrung aus dem Gläschen etc. müssen die Eltern selber mitbringen.

7. Leitgedanken zum Mittagessen

  • Die Kinder bestimmen welche Speisen sie mögen, ebenso was und wie viel sie essen möchten. Kein Kind wird gezwungen den Teller leer zu essen.
  • Wir unterstützen die Kinder im äussern ihrer Meinung, in dem wir aktiv zuhören und ihre Meinung ernst nehmen.
  • Die Kinder dürfen sich selber einschenken. Wir begleiten die Kinder dabei durch unsere Aufmerksamkeit. Je nach Situation dürfen die Kinder beim zweiten Mal auch selber schöpfen.
  • Die Kinder bekommen je nach Alter: Messer, Gabel und Löffel. Wir unterstützen die Kinder beim Umgang mit dem Besteck durch unser Vorbildsein und falls erwünscht, durch unsere Hilfe.
  • Die Kinder dürfen den Erzieherinnen beim Tischdecken und abräumen helfen.
  • Durch unser Ermutigen und Loben bestärken wir die Kinder und vermitteln ihnen unser Vertrauen in ihre Selbstständigkeit.
  • Es ist uns wichtig, dass Babys nach Möglichkeit ihren Rhythmus von zu Hause auch in der Kita beibehalten können. Mit dem Älterwerden versuchen wir diesen, nach Absprache mit den Eltern, dem Kita-Rhythmus an zu passen.
  • Da die meiste Zeit welche die Betreuerin mit dem Baby verbringt, mit der Pflege und Nahrungsaufnahme zusammenhängt, gestalten wir diese Zeit bewusst. Wir achten auf eine ruhige Atmosphäre und genügend Körperkontakt. Die Betreuerin widmet sich nach Möglichkeit in dieser Zeit voll und ganz dem Baby.
  • Während dem Essen versuchen wir Tischgespräche zu führen, an welchen sich alle Kinder beteiligen können. Die Kinder sollen nicht nur mit den Betreuerinnen kommunizieren, sondern auch untereinander.
  • Stellt ein Kind der Betreuerin eine Frage über ein anwesendes Kind, animiert sie die Kommunikation unter den Kindern.
  • Indem die Kinder nicht immer am gleichen Platz sitzen, haben sie die Möglichkeit auch unbekannte Kinder kennen zu lernen.

  • Die Betreuerinnen machen die Kinder bewusst aufmerksam auf Rücksicht, Teilen und Warten. Dies können die Kinder gerade bei Tischsituationen sehr gut üben.

  • Wir Erwachsene haben eine Vorbildfunktion für die Kinder. Daher gelten alle Regeln und Abmachungen ebenso für die Betreuerinnen und die Kinder.
  • Einen Bezug zu Lebensmitteln vermitteln wir den Kindern in unserem Alltag, wie das gemeinsame Einkaufen auf dem Bauernhof oder Wochenmarkt und beim ansähen von Gemüse in unserem Kitagarten.